Interactive Brokers ETF langfristig unkompliziert Kostenoptimiert (Switch von Swissquotes, 400k+)

Hallo, ich habe im Moment bei Swissquotes ein Depot über rund 400k in 3 ETFs (VEVE, CHSPI, EXUS) und ein paar kleinere Einzelaktien. Da ich sowieso nicht täglich traden möchte sondern einfach langfristig investieren und dabei mit minimalen Kosten zu fahren, habe ich mit Saxo und Interactive Broker angeschaut. Den Artikel hier dazu finde ich übrigens super: Interactive Brokers Erfahrungen Schweiz 2026: IBKR Review!

Das Thema Stempelgebühren hatte ich bisher nicht auf dem Radar und bewegt mich klar in Richtung IBKR. Ich hab auch keine Lust mehr jedes Jahr 200.- als Swissquotes zu bezahlen für ein Depot. Das Portfolio habe ich nun auch schon knapp 5 Jahre, was mich also unnötig 1k gekostet hat…

Im Artikel wird auch das Thema Erbschaft thematisiert, was für mich nicht ganz unwichtig ist mit 2 kleinen Kindern. Wenn ich einmal sterbe, sollen es meine Nachkommen nicht unnötig kompliziert haben. Des Weiteren möchte ich einfach global investieren und mit minimalen Gebühren (TER) guten Ertrag bei minimalem Aufwand. Ich investiere jeweils ca. 1-3 mal im Jahr, dafür dann min. 10k. (Min/Max)

Steuererklärungstechnisch ist IBKR wohl weniger gut als Saxo, aber wenn ich einfach nur 1 ETF hätte, wäre das ja trotzdem easy. Daher meine Idee: Alles in einen globalen ETF investieren mit Sitz in Irland (“IE”), damit auch die Erbschaftsteuer nie ein Thema wird.

Auf die schnelle habe ich da zum Beispiel den WEBN (Amundi, 0.07 TER) ETF oder WRDUSW (UBS, 0.06 TER) gefunden. Die sind sehr günstig und wohl ziemlich global, vielleicht seht ihr aber noch andere spannende ETFs?

Ich würde dann wohl die kleinen Aktien bei Swissquotes einfach verkaufen und die 2 grossen ETFs (VEVE und CHSPI, je ca. 183k) zu IBKR transferieren und allenfalls da verkaufen und dann alles wieder in den neuen globalen ETF investieren.

Beim kleineren ETF (EXUS, ca. 16k) lohnt sich dies wohl weniger. Den würde ich wohl auch eher direkt bei Swissquotes verkaufen, was ich aber noch rechnen muss (Transfergebühren vs. tiefere Verkaufskosten bei IBKR vs. Swissquotes).

Habe ich bei meinem Plan etwas Wichtiges übersehen? Was meint ihr so dazu und insbesondere seht ihr noch andere spannende globale ETFs mit minimalen Kosten?

Vielen Dank!

1 „Gefällt mir“

So als ersten Input: ich würde den WRDUSW zu 0.06% nehmen, einfach weil er sehr gross ist und es ihn schon über 5 Jahre gibt (ein persönliches Kriterium für mich) und nicht erst knappe 2 Jahre wie den WEBN. Und doch würde ich noch 1 bis 2 zusätzliche nach Bedarf anfügen (z.B. SPI oder SLI für Schweiz und EMI/IMI für Schwellenländer, wenn man daran glaubt).

Noch ein paar andere Gedanken, da ich auch über viele Jahre versucht habe die Bank/Broker-Kosten zu optimieren. Ja es ‘schnäggled’ mich an 0.95% Wechselgebühren und 220.- Depotgebühren zu bezahlen, aber wenigstens funktioniert alles und man kann anrufen. Das ist auch etwas wert wenn ich sehe, dass ich bei der Konkurrenz nervtötende Stunden in Chats verbringen muss für die einfachsten Anweisungen/Fehlerkorrekturen, weil nebst KI (Künstliche Inkompetenz) nur noch sehr beschränkt ausgestattete MA irgendwo auf der Welt herumwerkeln. Stand heute habe ich langsam genug von den ‘neuen’ Anbietern und ihren hilflosen Versuchen und anschliessend untauglichen Entschuldigungen!

Beispiel von dieser Woche, verschwundene 25’000.-: Ich zitiere die Antwort von Anbieter ‘Al…’, fünf Stunden nach meiner Intervention wo das Geld geblieben sei: “… es gab ein Problem mit erfassten Zahlungen, das inzwischen behoben wurde. Die Zahlungen wurden storniert und heute wurden neue Zahlungen in gleicher Höhe abgebucht. Wir entschuldigen die entstandenen Unannehmlichkeiten…”! Soso.

Ein anderer Anbieter (‘Sa…’) versucht seit 2 Wochen vergeblich USD an eine andere Bank zu transferieren und das obwohl ich ein A4-Formular korrekt ausgefüllt habe… Schöne neue Welt! :folded_hands:t2:

Vielen Dank für deine Antwort. Gross sind beides ETF’s, ich schau jeweils nur ETF mit über 1 Mia an. Die Dauer ist für mich jetzt auch nicht soooo wichtig, irgendwann muss man ja anfangen. Beim WEBN gefällt mir die breitere Diversifikation etwas besser (3392 vs. 1335). Er hat auch allgemein über die letzten 2 Jahre besser performt. (14.64% vs. 11.76%)

Es muss für mich aber jetzt nicht der WEBN sein, aber gerne ein ETF der wirklich global ist, inkl. Schwellenländer zu minimalem TER. Da habe ich bisher nichts “besseres” gefunden. Ihr schon?

Damit “müsste” ich nicht auch noch in einen weiteren Schwellenländer ETF investieren, der höhere TER hätte und auch die Steuererklärung aufwändiger macht. Ich habe jetzt ja noch eine recht grosse SPI/SLI Position, da ich dachte Schweiz ist sicherer, Währung etc… Mein learning nach 4 Jahren. CHSPI hat über 20% schlechter performt als mein VEVE… Ich werde nicht mehr in “Schweizer” ETFs investieren, da es schlicht viel zu wenig Diversfikation hat.

Du scheinst bei deinen Brokern ja ziemlich viel zu “machen”. Ich mache gefühlt nichts. Auch bei Swissquotes läuft nicht immer alles perfekt. Ich war da auch einmal mit dem Kundenservice dran bezüglich grösseren Kauf/Verkauf und habe dann schlicht falsche Informationen erhalten…

1 „Gefällt mir“

Du hast natürlich recht und wenn ich das so lese mit den 3392 vs 1335: go for it!

Ich habe den iShares EMIM, weil ich an die Schwellenländer (insbesondere Indien und China) glaube. Hat YTD +13% und damit allen anderen die halte, meilenweit enteilt. Bis zu 10 ETFs kann ich locker manuell in der Steuererklärung ‘händeln’, weil ich kaum handle, sondern nur 1 bis maximal 2x im Jahr mal von einem was verkaufe und im anderen etwas dazu (moderates rebalancig).

Und damit zu deiner Frage: eben nicht, ich habe nur 2 Transaktionen im April gemacht und dazu die Entscheidung 2 Robos, die ich zur Probe hatte, zu schliessen! Vielleicht ziehe ich das ‘Unvermögen’ an, viel wahrscheinlicher ist aber, dass sie beim Personal sparen und dazu noch ständig zu wenig getestete neue Software/Prozesse einsetzen… :smirking_face:

PS: zu den CH-ETFs: für mich ‘lohnt’ sich das. Der Anker (mit eigentlich ja genau so globale Unternehmen), der für Stabilität sorgt. Ich hab mal in meinem Excel geschaut: letztes Jahr +17%, fünfmal mehr also als USA/Global und z.B. im 2023 kam fast das gesamte Plus von ca. 4.5% von den CH-Anlagen. Aber klar: Balance zwischen Risiko und Ertrag. Ich habe lieber ein bisschen zuviel CH-Aktien, dafür absolut keine (also Null) Obligationen. Auch nicht USA-Bonds. Meine individuelle Entscheidung und mein Plan, den ich konsequent einzuhalten versuche.

Happy weekend! :slightly_smiling_face:

Hmm, wirklich spannend was du schreibst. Du machst wohl auch “wenig”, aber z.B. Robos und so mache ich nichts. Mein Vermögen hat 4 Punkte: Immer max. 3a (voll Aktien), immer max. in PK (Absicherung Familie), Eigentumswohnung (Schweizer Anker :sweat_smile: ) und dann ETF only, in Zukunft wohl eben nur noch einer.

Zum Vergleich von Performance finde ich übrigens Finanzfluss super cool. Hier ein Links zu einem Vergleich meiner 3 aktuellen ETFs: ETF Suche: ETFs finden & filtern

Da kannst du dann oben wo Übersicht steht einfach auf Performance wechseln und kriegst ne super gute Übersicht zur Entwicklung. Da sieht man dann auch das der CHSPI über 5 Jahre “nur” 23.1% gemacht hat und der VEVE 69.21%!

Robo, USA Bonds, Krypto etc. interessiert mich nicht. Mein Anker ist und bleibt 3a, PK und vorallem Eigentumswohnung und ETF für alles andere Vermögen, was wohl wirklich langfristig gut 6% pro Jahr machen wird.

2 „Gefällt mir“

Hoi Marcel, das sind sehr spannende Themen!

Drei Punkte, die dir vielleicht helfen:

1. WRDUSW vs. WEBN: WRDUSW ist ein MSCI World ETF, also nur Industrieländer ohne Emerging Markets. WEBN inkludiert die Schwellenländer. Wenn du wirklich nur einen ETF inkl. EM willst, fällt WRDUSW raus.

2. Performance-Vergleich: Falls du den Vergleich auf Finanzfluss gemacht hast, achte auf die Währung. Bei justETF kannst du die Vergleichswährung auf CHF umstellen. In CHF wird das Bild anders aussehen als in USD.

3. Swissquote hat übrigens ganz frisch die Preise gesenkt: Trading-Preise: Gebühren für alle unsere Produkte | Swissquote

Lohnt sich kurz reinzuschauen, bevor du den Wechsel finalisierst.

Gruss Eric

2 „Gefällt mir“

Vielen Dank Eric für dein Feedback. Zu deinem Punkt 3 habe ich jedoch die Preissenkung noch nicht “gefunden/verstanden”. Per Juni 2026 werden die Gebühren offenbar angepasst wobei ETF trades ja eher deutlich teurer werden (z.B. für nen 15k Trade von 9 CHF auf 49 CHF). Depotgebühren bleiben offenbar gleich. Für mich Profil sehe ich da bisher keine Preissenkung sondern eine heftige Preiserhöhung. Oder was verstehe ich da falsch?

2 „Gefällt mir“

Hmm, ich habe es auch so verstanden, dass die Gebühren einfach auf CHF geändert werden, also z.B. 25 CHF statt 25 USD für einen Titel in USD, also eine leichte Preiserhöhung.

@Marcel für ETF-Käufe/Verkäufe gibt es die Flatfee, falls der ETF zur ‘Leader’-Liste gehört, das sind es dann deutlich weniger (ca. 9.85?? aber plus SIX-Gebühr und Stempelsteuern), falls das immer noch so stimmt.

Diese Leader-Liste ist übrigens gefährlich und muss jedes Mal überprüft werden, ich hatte im Jahr 2022 mal den Fall, dass sie mir wesentlich höhere Gebühren belastet hatten und nach Reklamation und langer Wartezeit, dann die Auflösung: gerade zum Zeitpunkt meines Kaufes war besagter (es war ein Xtracker ETF) Titel nicht in der Liste, später dann schon. Puh, heftig, daher immer schön in der Liste der Leader-ETFs nachschauen (habe auch das unter Lehrgeld abgebucht). :smirking_face:

1 „Gefällt mir“

@Marcel gebe dir voll recht, mit einer CH-Immobilie sieht die Geschichte natürlich anders aus, da hast sehr viel Schweiz und sehr viel Absicherung schon drin. :blush:

Du vermischst hier glaube ich zwei unterschiedliche Preismodelle bei Swissquote. Die neue Tabelle betrifft den klassischen ETF-/Aktienhandel über das normale Trading-Konto. Dort kostet ein Trade von CHF 15’000 neu CHF 49 statt bisher CHF 55 – also leicht günstiger, nicht teurer. Erst ab CHF 15’000.01 springt die Gebühr auf CHF 79.

Spannender als die kleine Courtage-Senkung ist aus meiner Sicht ohnehin der neue FX-Punkt: Swissquote schreibt, dass Umrechnungen neu ohne Aufschlag zum Interbanken-Mittelkurs erfolgen sollen. Falls das in der Praxis wirklich so umgesetzt wird, wäre das für ETF-Investoren fast relevanter als die CHF 6 Unterschied bei einem CHF 15’000 Trade.

1 „Gefällt mir“

Stimmt, die allfällige FX-Reduktion ist entscheidend, falls das dann auch wahr ist.

Weil ich meine wenigen Transaktionen immer zu 9.- flat abwickle (statt z.B. 79.-). Ich hoffe, das tun viele Leute auch so um Geld zu sparen und das macht dann Swissquote wieder günstig…

Darum meine Frage gerade eben an den Chat-Bot von Swissquote, ob die günstigen ‘Leader-fees’ bestehen bleiben nach der angekündigten Preisänderung:

Cheers :blush:

1 „Gefällt mir“

Kurzes Update zu meiner FX-Aussage oben:

Habe das Product Team von Swissquote nachgefragt. Der neue 0%-Aufschlag
zum Interbanken-Mittelkurs gilt NUR für die Umrechnung der Handels-
kommission, nicht für den Trade-Nominalbetrag selbst.

Heisst konkret bei CHF 10’000 USD-ETF-Kauf:

  • Trade-Nominal CHF 10’000 → USD: weiterhin mit 0.95% Aufschlag
  • Kommission CHF 29 → USD: neu zum Interbanken-Mittelkurs (0%)
  • Ersparnis: rund 30 Rappen pro Trade

Echte Senkung gibt es bei der Schweizer Börse (CHF 55 → CHF 49 bei
Trades 10–15k). Bei US-Trades kann das neue CHF-Pricing je nach
Wechselkurs sogar leicht teurer sein als die bisherigen USD-Tarife.

@Marcel und @Ann , ihr habt also richtig gelesen — die Preissenkung
ist nicht so dramatisch wie ich’s zuerst eingeordnet habe.

1 „Gefällt mir“