Gratis Sparpläne mit versteckter Abzocke?

Ich habe den letzten Blog von Truewealth gelesen und mich dann mit Gemini unterhalten, was da dran sein könnte.

Was meint ihr… gilt das auch für die in der Szene gehypte Saxobank und deren gratis Sparpläne oder nicht?

Meine Erkenntnis bislang:

  • Wechselkursgebühren von 0.25% sind der einzige Punkt, der auf Saxo zutrifft.
  • Meine Transaktionen lagen innerhalb der SIX Handelsspanne des Tages (ca. in der Mitte), nie darüber.
  • Saxo verwendet Market maker, aber anscheinend(?) nicht zum Nachteil der Kunden. Saxo bündelt die Käufe und Verkäufe und fragt dann via Trade Web bei mehreren Market makern den Preis an und wählt den besten aus.
  • Laut fidleg müssen alle Anbieter die Transaktion zum best execution Gesamtpreis ausführen, spread Manipulation sei verboten laut Gemini(?)

Klingt also eher nach Marketing von truewealth, um die günstigeren Anbieter schlecht zu machen.

Andererseits finde ich es schon auch verdächtig, wie sich denn Saxo finanzieren will, wenn nur bei den Wechselkursen was verdient wird…

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Spannende Frage @Jan

Ich würde hier zwei Dinge auseinanderhalten.

True Wealth beschreibt grundsätzlich ein reales Geschäftsmodell. Gerade bei einigen Neobrokern in Deutschland oder den USA werden Orders über bestimmte Handelsplätze oder Market Maker geleitet, welche den Broker dafür entschädigen. Das kann (je nach Modell) zu einer schlechteren Ausführung führen. Gratis bedeutet deshalb nicht automatisch kostenlos.

Ob das aber konkret auf Saxo zutrifft, ist eine andere Frage. Dafür kenne ich bisher keine belastbaren Hinweise. Saxo unterliegt den Best-Execution-Vorgaben und ich habe bisher keine Daten gesehen, die auf systematisch schlechtere Ausführung beim AutoInvest hindeuten.

Zudem ist der kostenlose Sparplan bei Saxo deutlich eingeschränkter, als es auf den ersten Blick wirkt: Gebührenfrei sind nur die Käufe bei rund 100 ETFs im AutoInvest. Für normale ETF-Käufe, Einzelaktien oder Verkäufe gelten weiterhin die üblichen Konditionen.

Und natürlich muss Saxo Geld verdienen. Das geschieht aus meiner Sicht vor allem über Dinge wie Währungsumrechnungen, Verkaufskommissionen, den normalen Handel ausserhalb von AutoInvest sowie institutionelle Dienstleistungen (übrigens bietet TW die BKB und Saxo als Depotbank an…) – nicht zwingend über schlechtere Ausführung im Sparplan.

Ich wäre deshalb vorsichtig, den True-Wealth-Artikel pauschal auf alle «gratis» Sparpläne zu übertragen. Das beschriebene Problem existiert, aber ob es auf einen konkreten Anbieter zutrifft, kann man nicht nur aufgrund des Preismodells sagen.

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Das sehe ich genauso. Da Felix von TW in seinem Blog aber unspezifisch auch von inländischen Anbietern schreibt, wird der Eindruck bei mir erweckt, dass das wohl ein Problem sei, das auf mehrere, auch inländische, Anbieter zutreffe.

Oder trifft die Best-Execution-Vorgabe auf gewisse Schweizer Neo-Sparplananbieter denn nicht zu?

Aber ok, es ist wohl eher eine Marketingaktion von Felix, evtl. weil er die Felle davonschwimmen sieht.

Auch wenn Felix sich in vielen Blogartikeln ja bemüht, versch. Positionen darzulegen und nicht zu sehr nur pro TW zu schreiben… am Ende ist der Blog natürlich dazu da, Kunden zu gewinnen und zu halten.

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Hey @Jan!

bzgl Regulierungs-Thematik: Ja, FIDLEG gilt ausnahmslos für alle Schweizer Anbieter. Niemand darf dich beim Kurs gezielt benachteiligen oder verdecktes PFOF betreiben (wie es teils in der EU gemacht wird).

Verdient wird bei den Schweizer „Gratis“-Angeboten nicht über verdeckte Order-Abzocke, sondern ganz transparent über Währungswechsel (FX-Spreads) und normale Gebühren ausserhalb des Sparplans.
Aus der Praxis kann ich dir sagen, dass die meisten Anleger eben nicht einfach nur ihre 2 gratis ETFs kaufen und es dann dabei belassen. Oft kommt noch mehr dazu, es wird aktiv gehandelt und spätestens beim Verkauf kommt dann bei wohl jedem Anbieter die Rechnung für die Dienstleistung.