Wie denkt ihr darĂŒber:
plant man besser einen grosszĂŒgigen Notgroschen in Bargeld oder teilt man diesen besser in einen minimalen Notgroschen in bar ein und legt den Rest in kurzfristige Schweizer Obligationen (1-3 Jahre) an?
FĂŒr mich persönlich ist der Notgroschen wirklich nur ein Notgroschen. Er soll keine Rendite erzielen, dafĂŒr sofort verfĂŒgbar sein. Wenn z.B. die Zinsen plötzlich markant ansteigen, dann verlieren die bestehenden Obligationen an Wert. Somit wĂ€re der Sinn eines Notgroschens eigentlich nicht mehr da. Ich glaube aber, dass es auch wieder von der persönlichen Risikotoleranz und auch mit der eigenen finanziellen Lage abhĂ€ngt.
Da ich einen sehr sicheren Arbeitsplatz habe, habe ich einfach CHF 30â000.- auf einem Sparkonto auf der Seite. Diese Konto wirft sagenhafte 0% Zinsen ab
Mir ist bewusst, dass es bessere Angebote geben wĂŒrde, das schaue ich mir aber mal an, wenn ich die Muse dazu habe.
Mich hat die Sparkonto Muse in den letzten Jahren zu oft gekĂŒsst - so liegt da zwischen 0.1 und 1.0 % Zins viel zu viel Erspartes rum.
Nun lerne ich beim Finanzplan dieses brachliegende Geld zu investieren.
Als Sparkonto fĂŒr den Notgroschen kann ich ZAK Sparen empfehlen. Immerhin glanzvolle 0.3% Zins und vor allem können pro Kalenderjahr 50â000 CHF ohne GebĂŒhren und ohne Einhaltung einer KĂŒndigungsfrist bezogen werden.
Zak Sparen â das digitale Sparkonto mit Zins - Bank Cler
absolut richtig! Der Notgroschen MUSS flexibel sein. Laufzeiten und Anlagerisiken gehören hier nicht her.
Im Fall der FĂ€lle ist die Rendite unglaublich gross: stellt euch vor, ihr mĂŒsstet sonst Aktien & Co. im schlechtesten Zeitpunkt verkaufen âŠ
Hi Daniel,
mein persönlicher Notgroschen besteht aus 4 GehÀltern. Diesen bewahre ich wie folgt auf:
- 1/3 Bar (CHF)
- 1/3 auf einem Sparkonto bei der Caisse dâEpargne dâAubonne â> 1% p. a. Zinsen (CHF)
- 1/3 auf Bondora (P2P Plattform) â> 6 % p.a. Zinsen (jedoch in Euro).
Bei Fragen gerne melden.
Gruss
Alessandro
Danke fĂŒr eure Antworten, sie holen mich auf den Boden der RealitĂ€t zurĂŒck. Eigentlich hĂ€tte ich es ja wissen mĂŒssen:
Notgroschen bleibt Notgroschen. Im besten Fall liegt er auf einem verzinsten Konto. ![]()
Ich mache es etwas differenziert in drei Töpfen:
- Notgroschen, oder das im schlechtesten Fall (=Notfall) benötigte Geld bleibt auf Sparkonten; fĂŒr mich den Ausgabebedarf fĂŒr 1-2 Jahre, falls ich die wesentliche Einkommensquelle verlieren wĂŒrde (kann mit einem Risikofaktor je nach Jobsicherheit versehen sein).
- Wahrscheinlich benötigte Ausgaben fĂŒr 10 Jahre minus Punkt 1 (also ca 8 Jahre) in einen separaten Topf der mit wenig Risiko angelegt wird (Real Estate, Obli, Rohstoffe, etc. (aber eigentlich hasse ich Obli)). Falls die Einnahmen die Ausgaben gut decken, kann das gegen Null gehen (oder z.B. ein halbes Auto sein), aber falls Vermögensverzehr nötig, entsprechend wĂ€hlen.
- Alles andere (wird ja dann sehr wahrscheinlich nicht benötigt fĂŒr die nĂ€chsten ca. 10 Jahre) in Aktien-ETFâs.
Das Leben passiert, also weiss ich nicht was morgen ist. Solange das aber nach heutigem Wissen fĂŒr mich stimmt, kann ich trotzdem gut schlafen, weil ich ja nicht im ungĂŒnstigsten Moment verkaufen muss. Sollte ich dann trotzdem in 4 Jahren an meine Traum-Immobilie heranlaufen, wĂ€ge ich dann halt je nach Situation doch noch ab, ob ich Anlagen verkaufen soll, oder die Wohnung doch nicht so toll ist (gibt dann einen spannenden Use-Case mit mir selber
).
Das Wichtigste ist natĂŒrlich ein robustes Budget, eines das ehrlich ist und vielleicht sogar ĂŒber ein, zwei Jahre gegengetestet wurde.
Das ganze prĂŒfe ich einmal im Jahr zusammen mit der Diversifikation und das hat fĂŒr mich die letzten Jahre sehr gut funktioniert.
Meine persönlichen Leitplanken:
a) nicht traden, dabei verdient nur die Bank
b) ruhig bleiben wenn es rundherum knallt
c) ruhig bleiben wenn alle euphorisch und gierig werden
d) rebalancen aus der StÀrke heraus, also wenn es gut lÀuft, gerne auch schon im Dezember statt erst im Januar.
⊠vielleicht noch als ErgÀnzung ein Beispiel in drei Szenarien gemÀss diesen Regeln:
Annahme: Vermögen 250k, Ausgaben pro Jahr 50k:
Szenario a) Einnahmen 60k = Ăberschuss, kein Vermögen muss wĂ€hrend einer Baisse angetastet werden
= 50k Notgroschen, 200k Aktien-ETFs
Fazit: so gibt es Vermögen, so werden TrÀume wahr! ![]()
Szenario b) Einnahmen 40k (weil Teilzeit / Kinder / Pension, etc.) = Vermögensverzehr nötig (100k in 10 Jahren)
= 50k Notgrossen, 50k risikoarm (zusammen 100), 150k Aktien-ETFs
Fazit: passt schon, Vermögen reicht fĂŒr 25 Jahre, in Wirklichkeit ewig, da die Rendite Inflation und Verzehr abfedert (<4% Regel: 10k von 250k Gesamtvermögen sind 4%). ![]()
Szenario c) Einnahmen 30k (weil wenig % Arbeit / viel Reisen / kein Bock) = Es schmilzt zuviel weg (200k in 10 Jahren)
= 50k Notgroschen, 150k risikoarm, 50k Aktien-ETFs
Fazit: so geht das nicht, pleite in 12 Jahren, eher noch schneller, da die Inflation nagt! Hier muss etwas geÀndert werden (mehr Einkommen, oder weniger Ausgaben). So bedrohlich ist der auf den ersten Blick vielleicht moderate Unterschied zu Szenario b) ![]()
Und jetzt die Tatsache, dass man uns immer sagt, AHV und Pension decken maximal 60% ab, hier sind es genau 60% der Ausgaben, also wir alle mĂŒssen dringend Vermögen aufbauen solange es geht, sonst wird das nichts mit dem schönen Leben in Rente! Keine Chance! ![]()
(Hey, nur meine persönlichen Ăberlegungen, meine bescheidenen Regeln und so wie ich es seit Jahren mache, aber natĂŒrlich schlĂ€gt jeder Bankster die HĂ€nde ĂŒber dem Kopf zusammen, sind nĂ€mlich 80% Aktienanteil im Szenario a), dem schönen Szenario mit Zeit, hingegen das âknappeâ Szenario b) wird dann als fortschrittlich behauptet, 60%, aber das kann doch nicht der Weisheit letzter Schluss sein fĂŒr junge und junggebliebene Menschen die Vermögen aufbauen mĂŒssen!) Daher noch ein zusĂ€tzliches Fazit: aller Anfang ist mĂŒhsam, aber es gilt zu sparen, damit man ĂŒberhaupt investieren kann!