Ich habe bei True Waelth ein Testkonto angelegt, und mir einen Vorschlag erstellen lassen. Der Anteil Aktien erscheint mit plausibel. Was mich erstaunt hat, ist der Anteil an Fremdwährungen, welcher bei meinem Portfolio bei 52% liegen würde. Hierzu habe ich folgende Fragen:
Bei mir ist die “Fremdwährungsabsicherung” aktiv (hedged). Wie viel Risiko bez Kursverluste trage ich noch?
Lohnen sich die Mehrkosten für die “hedged”-Produkte bei einem Anlagehorizont von 6-10 Jahren?
Habt ihr in euren Portfolios auch so einen “hohen” Anteil an Fremdwährungen?
Wie werden die Fremdwährungen im Steuerausweis von TW berücksichtig? Werden diese in CHF umgerechnet?
Ich habe erst/schon seit 2 ½ Jahren ein Investment bei TrueWealth. Fremdwährungsanteil sogar bei 56%, bei sehr hohem Akteinanteil und Global ausgerichtet. Anteil Bonds aktiv verkleinert. TrueWealth verspricht eine reduzierte, sinnvolle Währungsabsicherung, weil sie auch wissen, dass übertriebene Absicherung teuer ist und auf lange Sicht nicht rentiert. Für deine Frage nach dem effektiven Währungsrisiko würde ich ihnen einfach ein Email schreiben, sie antworten zuverlässig.
Der Steuerausweis ist so, wie ich es für sinnvoll/gesetzlich vorgeschrieben halte. Die Summen (A+B, A und B-Werte) in CHF, die Barbestände per Umrechnungskurs am 31.12. Die Erträge (Dividenden) aufgelistetet per Fälligkeitsdatum.
Am Ende traue ich meinen eigenen Augen und ich halte TrueWealth fĂĽr sehr empfehlenswert und sehr klug verwaltet. Ich kann nur vergleichen mit meinen selber verwalteten ETFs und mit Konkurrenzprodukten:
Gleiche Netto-Performance wie meine selber verwalteten ETFs.
Regelmässig bessere Performance als Findependent (habe ich ebenfalls seit 2 ½ Jahren).
Viel professioneller, keine Verzögerungen, keine Störungen, keine falschen Steuerauszüge (ja, das trifft leider alles auf den Konkurrenten zu!).
NatĂĽrlich sind Vergleiche immer schwierig (mehr oder weniger Aktien, Global oder CH-Fokussiert, etc.).
Für mich ist TrueWealth die langfristige Strategie, wenn ich einmal nicht mehr selber verwalten kann oder will. Konkurrenz könnte aus meiner Sicht heute nur Viac Invest sein, sind bisher sehr gut, aber bin da erst seit 6 Monaten dabei.
Wer sich wundert: ich mache das immer so. Mal 10’000.- in verschiedene Lösungen und dann kritisch beobachten, nachrechnen und entscheiden…
Ich bin doch schon knapp 5 Jahre bei TW, jedoch erst seit ca. einem Jahr mit FX-Hedging. Mein Fremdwährungsanteil liegt bei knapp 67%. Das ist für mich auch ok, bin dafür bei meinen selbstverwalteten Investments höher in CHF gewichtet. Schau zu deinen Fragen doch mal die beiden Blogeinträge an:
Natürlich sind beide Blogeinträge von ihnen selbst und daher auch mit ein wenig Vorsicht zu geniessen (Werbung). Jedoch finde ich sie sehr differenziert und gut.
Danke für die Links. Im zweiten Link fand ich die Antwort auf eine Frage, die ich hier in unserer Community soeben stellen wollte: verhindert Hedging nur Währungsverlust oder verhindert es auch Währungsgewinn?
Zitat: Die Währungsabsicherung kann somit das Risiko von Wertschwankungen des Portfolios reduzieren, verhindert aber auch mögliche Gewinne bei einer Aufwertung der Fremdwährungen.
Worauf beruht eure Entscheidung bezĂĽglich fĂĽr oder gegen Hedging?
Ich tendiere dazu: bei langfristigem Anlagehorizont kein Hedging, wegen Kosten und um Fremdwährung-Aufwertungen nicht zu verpassen.
Ich habe mich hauptsächlich wegen der unsicheren geopolitischen Lage dazu entschieden. Und ich hatte Glück: seit dem Beginn des Hedgings ist der USD gegenüber dem CHF stark gefallen. Ich bin mir aber unsicher, ob ich es jetzt wieder aufheben oder einfach so lassen soll…
Daniel du hast eine sehr zentrale Frage gestellt, die häufig übersehen wird.
Natürlich lässt sich die Zukunft nie aus der Vergangenheit ableiten, aber gewisse Dinge kann man (versuchen zu) verstehen und lernen.
Sehr einfaches Beispiel: Wählt einen Index aus (bspw. MSCI World) und sucht euch vergleichbare ETF-Varianten aus. Einmal mit Währungsabsicherung und eine ohne, und vergleich dann die historische Performance in CHF.
In den meisten Fällen werden ihr bei langem Anlagehorizont sehen, dass die zusätzlichen Kosten für das Hedging die Absicherung nicht wert ist.
Das muss aber nicht immer so verlaufen.
Ăśbrigens macht es fĂĽr institutionelle Investoren teils eher noch Sinn, solche Absicherungen zu machen, weil sie die Schwankungen fĂĽr ihre Kunden viel besser managen mĂĽssen (schaut also nicht nur, was diese machen).
Das alles ist nur meine Meinung, keine Empfehlung. Was ich persönlich mache: den gezielten CH-Homebias im ansonsten internationalen Portfolio setzen. Dadurch reduziere ich Fremdwährungsrisiken massgeblich, benötige keine teure Absicherung und spare sogar Steuern da tiefere Stempelabgaben und auch Gebühren, da weniger notwendige Währungswechsel.
Was die richtige Strategie war, werden wir dann in 20 Jahren sehen
Dieser Artikel, heute in der NZZaS, passt super zum Thema. Dank dem Finanzfahrplan habe ich mich in die Materie des Hedging eingearbeitet, so dass ich mittlerweile die Vor- und Nachteile des Hedging verstehe und mit einer gewissen Genugtuung feststelle: dass sogar Regierungen keine Patentlösung auf Lager haben. Im Nachhinein ist man immer schlauer!