Kann man eigentlich in % sagen, was die Steuerersparnis bei der 3a bringt?
Also ein Vergleich Aktien ETF im freien Vermögen mit Aktien ETF in 3a.
Das wäre spannend!
Kann man eigentlich in % sagen, was die Steuerersparnis bei der 3a bringt?
Also ein Vergleich Aktien ETF im freien Vermögen mit Aktien ETF in 3a.
Das wäre spannend!
Ja, kann man! Und die Zahlen sind wirklich spannend.
Zwei Effekte bei der 3a:
Konkret bei CHF 7’258 Einzahlung:
Heute: Zwischen CHF 1’000-2’500 weniger Steuern zahlen
Jährlich: Etwa 0.6-1% pro Jahr bessere Performance als derselbe ETF im freien Vermögen
Warum so unterschiedlich? Kommt auf deinen Grenzsteuersatz und Kanton an. In Zug mit tiefem Einkommen vielleicht nur 15%, in Genf mit hohem Einkommen schnell 35%.
Die 1%-Faustregel: Für den langfristigen Vorteil verwende ich immer 1% mehr Rendite pro Jahr als Faustregel. Das berücksichtigt wegfallende Vermögenssteuer, minus die spätere Kapitalauszahlungssteuer.
Mehr Details dazu findest du in unserem Säule 3a Vergleich
Sehr spannend, von dieser Zusatzrendite hatte ich bisher noch nie gehört, danke Eric!
FĂĽr mich macht 3a also sehr viel Sinn, politische Diskussionen hin oder her!
Die Mehrrendite erschliesst sich mir nicht. Ich wohne im Kanton Zug. Aber nehmen wir einmal andere Orte mit höherer Vermögenssteuer. Fiktives Vermögen von 2 Mio. Für folgende Orte erhalte ich grob folgende % Werte. Stadt Zürich 0.3%, Bolligen Bern 0.48%, Sitten 0.5%, Luzern, Stadt Luzern 0.13% (stimmt das ?),. Typischerweise erhalte ich Werte zwischen 0.3-0.5% also weit weg von 0.6-1% und dabei ist die Kapitalauszahlungssteuer noch nicht berücksichtigt, was den Wert ja tiefer lassen wird, oder?
Wurde hier einfach mit einem deutlich höherem Vermögen gerechnet?
Bei einem deutlich höherem Vermögen von 5 Mio. komme ich langsam richtung 0.6% bspw. Sitten Wallis oder Bolligen Bern. Dabei ist aber noch immer die Kapitalauszahlungssteuer noch nicht enthalten.
Danke für eine Aufklärung.
Allgemein, gehe ich eher davon aus, dass die Produkte der 3a grundsätzlich teurer sind als die Produkte auf dem freien Markt. Bspw. passiver Aktienfonds. Hier können schnell ein paar wenige Zehntel % and Gebühren eingespart werden.
Ein Vorteil der 3a wäre aber, dass man auf die Dividenden keine Einkommenssteuer bezahlt, oder?
Allerdings bezahlt man auf die ganze Wertsteigerung (Kursgewinne und Dividenden) beim Bezug der 3a die Kapitalbezugssteuer.
Für junge, Mittelverdiener, in einem eher Vermögenssteuer tiefem Wohnort hat mich die 3a aus rein finanzieller Sicht nie überzeugt (vorausgesetzt nötiges Know-How zum selbst investieren).
Guter Einwand, das ist genau der Punkt, wo die 1%-Faustregel auseinanderfallen kann. Danke fĂĽrs Nachhaken.
Du hast recht: Die Vermögenssteuer allein erklärt die Mehrrendite nicht. Das ist je nach Kanton oft nur ein kleiner Hebel. Die grösseren Effekte liegen woanders:
1. Keine Einkommenssteuer auf Dividenden während der Laufzeit
Im freien Vermögen versteuerst du Dividenden zum Grenzsteuersatz. Je nach ETF, Wohnort und Einkommen kann das langfristig durchaus einige Zehntel Prozent Rendite pro Jahr kosten.
2. Sofortige Steuerersparnis bei der Einzahlung
Die Einzahlungen kannst du vom steuerbaren Einkommen abziehen. Das ist meist der grösste Hebel. Wenn du heute CHF 2’000 Steuern sparst und dieses Geld ebenfalls investierst, entsteht über Jahrzehnte ein relevanter Zinseszinseffekt.
3. Keine Vermögenssteuer
Da gebe ich dir recht: In vielen Kantonen ist dieser Effekt kleiner als oft dargestellt. In Zug fast irrelevant, in vermögenssteuerstärkeren Kantonen etwas mehr gewichtet.
Dem gegenĂĽber stehen natĂĽrlich:
Gerade der letzte Punkt war früher ein viel stärkeres Gegenargument als heute. Anbieter wie finpension oder VIAC sind inzwischen relativ nahe an normalen ETF-Lösungen. Teilweise sogar auch schon besser, weil sie in extrem preiswerte Indexfonds investieren können, welche im freien Vermögen nicht zur Verfügung stehen.
Für deinen Fall klingt 0.4-0.6% langfristiger Vorteil deutlich realistischer als pauschal 1%. Deshalb sehe ich die 3a auch nicht als «magisch überlegen», sondern als steueroptimierten Baustein, der je nach Situation mehr oder weniger attraktiv ist.
Hallo Eric
Danke fĂĽr die AusfĂĽhrungen.
Die Anlageprodukte sind in der Tat inzwischen auch bei der 3. Säule sehr günstig geworden. Auf der anderen Seite habe ich auch bei den günstigsten Anbieter wie Viac oder frankly jährliche Depotverwaltungsgebühren/ All-in Fees oder ähnliches von gut 0.40%.
Eine solche GebĂĽhr habe ich bei Saxo (im Moment) oder bei IBKR nicht.
Beste GrĂĽsse